Ein bisschen Arroganz
Mir wird ohnehin nachgesagt, eine etwas verschobene Sicht von mir selbst zu haben. Also kann ich auch von meinen neuesten Beobachtungen erzählen, die meine These stützen: Gott, bin ich geil!
Gestern hatte also auf der Indieparty ein bisschen die Sau raus gelassen. Damit meine ich allerdings nicht den üblichen Alkoholkonsum, den meine „Mitmenschen“ des öfteren auf Partys zelebrieren, sondern das, was ich mit Feiern meine. Also tanzen, sich mit Freundin unterhalten, lachen, sich necken, einfach Spaß haben. Und ja, es war mal wieder herrlich für ein paar Stunden einfach in den „Indiedschungel“ abzutauchen in dieser Location, in der ich schon den ein oder anderen legendären Abend verbracht habe. Und während ich so völlig losgelöst vor mich hin feiere, ohne Machogehabe, ohne dumme Anmache und ohne auch nur die geringste Absicht, eine Frau abzuschleppen, versammelt das weibliche Geschlecht eben um mich. Die mir bekannten Mädels greifen mir dabei schon mal gern an den Hintern oder nehmen meine, um mir nen Kuss zu geben (nein, SIE war nicht dabei) und die mir unbekannten tanzen mich an, nähern sich mir oder verfolgen mich quasi durch den Schuppen, in der Hoffnung, von mir angequatscht zu werden. Ja, lacht nur! Ich bin ein arroganter Drecksack! Aber, meine Damen und Herren, wer heute noch ungezwungen und „echt“ feiern kann, der wird nun mal als unheimlich attraktiv empfunden.
Was gibt’s noch? Die Woche ist halb rum und an meiner „Trennungsfront“ scheint so weit alles harmonisch zu sein. Ich habe zwar heute in der neuesten Galerie ein Bild gesehen, was mir nicht so gut gefallen hat, aber das war mehr ihre Schuld. Sie hatte meinen Lappie und hat sich das Bild angeschaut, ich habe nur einen Blick drauf geworfen und war leicht pissig. Das bedeutet natürlich, dass ich noch immer ganz über sie hinweg bin. Ich habe sie dann darauf aufmerksam gemacht, dass ich solche Bilder nicht von ihr unter die Nase gerieben bekommen will, egal ob absichtlich oder nicht. Ich vermeide sehr erfolgreich ihr Profil und hätte das Bild vermutlich erst irgendwann nach Wochen gesehen. Sie nahm die Kritik brav an und versuchte mir zu erklären, dass dieser Typ auf keinen Fall was für sie ist. Ich unterbrach die Diskussion relativ schnell, weil es mir darum gar nicht ging. Ich will nur diese Bilder nicht sehen und das akzeptiert sie auch. Ansonsten muss man sagen, dass wir uns zwar noch immer sehr häufig sehen, aber sich die Art und Weise doch etwas wandelt. Man geht getrennt auf Partys, man sieht sich manchmal einfach nur für ne Stunde, um etwas zusammen zu essen, jeder geht so langsam seinen eigenen Weg, aber behält den jeweils anderen als festen Bestandteil des eigenen Lebens. Man darf gespannt sein, wie sich das noch entwickelt.
Was noch zu sagen bleibt: Ich freu mich auf den Samstag. Ich werde mit nem Kumpel, der ebenfalls Teil meines Lebens geworden ist, wieder auf eine Indieparty gehen und ich hab das ganz dumpfe Gefühl, dass wir es ganz ordentlich krachen lassen werden. Es war mit Sicherheit ein grandioser Abend und auch da werden die Mädels wieder Schlange stehen – und zwar bei uns beiden.