Tanzbein schwingen
Samstag war es endlich mal wieder so weit: Ich konnte auf eine Indieparty gehen! Das mache ich viel zu selten, was zwar den „Besonders-Faktor“ hoch hält, aber der „Frustfaktor“ deswegen auch immer recht hoch liegt.
Begonnen hat der Abend in der Location meiner Wahl mit vielen vielen Shots (Erdbeerlimes, um genau zu sein). Danach gings mit Maximo Park – By the Monument weiter und ab da krachte dann ein Indieknaller nach dem nächsten auf mich ein. Es war ein Traum! Einfach nur die Augen zu schließen und zu tanzen, egal wieviele Menschen sich gerade um einen herum befinden… das schönste Gefühl auf Erden. Gibt es nicht diesen Spruch „Tanze so, als wärst du alleine und keiner würde dich beobachten“ (sinngemäß)? Genauso hab ich mich gefühlt und getan und gemacht und es war herrlich. Natürlich verschönerte meine Begleitung den Tanzabend ungemein, gar keine Frage! Ich hoffe, dass ich diesen Samstag einen ähnlichen Zustand erreichen werde!
Schieflage: „Jemand“
Ja, der Abend war eigentlich gar nicht so schlecht. Die Betrunkenen haben einen recht großen Bogen um mich gemacht und ich konnte mich mit paar Leuten unterhalten, die ich schon sehr lange nicht mehr gesehen habe. Der Klops kam gegen Ende der Party.
Sie tuschelte mit einer Freundin die ganze Zeit herum, während ich neben ihr stand und so war mir schon bald klar: Da gehts um einen Neuen. Später stellte sich heraus, dass ich recht hatte. Sie bezeichnet ihn natürlich nicht als „Neuen“, sondern als „Jemand“, aber das macht den Bock auch nicht fett. War natürlich ein Schlag ins Gesicht, dass es jetzt nach nicht mal drei Wochen nach der Trennung schon einen „neuen Jemand“ gibt.
Mich lässt das ehrlich gesagt nicht kalt, obwohl es das sollte. Ja, jeder hat recht, der sagt: „Was hast du erwartet?“, aber manchmal denkt man leider nicht so objektiv, wie man es sollte. Mich pisst das ziemlich an und jetzt gilt es schon wieder, mit dieser Situation klarzukommen.
Sie ist eröffnet!
Heute Abend beginnt es wieder, das allwöchentliche Ritual, dem so viele Menschen Donnerstags fröhnen. Das Schaulaufen, das Balzverhalten, das unkontrollierte Besäufnis und das dämliche rumgeficke. Ja, es wird ein Traum, meine Damen und Herren, ab heute geht es wieder los. Zu allem Überfluss war gestern in unserem Bundesland für einen Großteil der Schülerschaft die letzte Abitursklausur angesagt, womit der Nachwuchs der sinnlosen Spaßgesellschaft ebenfalls sichergestellt wurde und nun auf die Menschheit losgelassen werden kann.
Nein, ich bin kein prinzipieller Pessimist. Ganz im Gegenteil! Aber heute Abend wird sich das Rad der Oberflächlichkeiten einfach weiterdrehen. Nächste Woche wieder, die Wochen drauf ebenfalls und das wird das ganze Semester über so gehen. Neue Geschichten werden geschrieben, neue Gerüchte entstehen, der Inhalt wird jedoch stets identisch sein: Der mit ihr und sie mit ihm. Ach ja, und der hat noch gekotzt, zu viel Havanna und so. Es ist so langweilig geworden! Was damals als Kultveranstaltung galt – und ja, ich übertreibe, denn mit damals meine ich einfach letztes Jahr! – ist mittlerweile eine Routine und ein Standart geworden, dass ich nur so kotzen könnte.
Heute Abend, bei der Premierenfeier, werde ich dabei sein. Aber die nächsten Wochen werde ich mir Donnerstags ein Alternativprogramm überlegen und nur hier und dort eine Party einwerfen, die mich persönlich wirklich interessiert und bei der ich nicht die ganze Zeit schlechte Laune schiebe, weil lauter Menschen um mich herum saufen, die mir nicht nur am Arsch vorbeigehen, sondern mich regelrecht anwidern.
Ach ja: Schieflage Partys „feiern“!
Ein bisschen Arroganz
Mir wird ohnehin nachgesagt, eine etwas verschobene Sicht von mir selbst zu haben. Also kann ich auch von meinen neuesten Beobachtungen erzählen, die meine These stützen: Gott, bin ich geil!
Gestern hatte also auf der Indieparty ein bisschen die Sau raus gelassen. Damit meine ich allerdings nicht den üblichen Alkoholkonsum, den meine „Mitmenschen“ des öfteren auf Partys zelebrieren, sondern das, was ich mit Feiern meine. Also tanzen, sich mit Freundin unterhalten, lachen, sich necken, einfach Spaß haben. Und ja, es war mal wieder herrlich für ein paar Stunden einfach in den „Indiedschungel“ abzutauchen in dieser Location, in der ich schon den ein oder anderen legendären Abend verbracht habe. Und während ich so völlig losgelöst vor mich hin feiere, ohne Machogehabe, ohne dumme Anmache und ohne auch nur die geringste Absicht, eine Frau abzuschleppen, versammelt das weibliche Geschlecht eben um mich. Die mir bekannten Mädels greifen mir dabei schon mal gern an den Hintern oder nehmen meine, um mir nen Kuss zu geben (nein, SIE war nicht dabei) und die mir unbekannten tanzen mich an, nähern sich mir oder verfolgen mich quasi durch den Schuppen, in der Hoffnung, von mir angequatscht zu werden. Ja, lacht nur! Ich bin ein arroganter Drecksack! Aber, meine Damen und Herren, wer heute noch ungezwungen und „echt“ feiern kann, der wird nun mal als unheimlich attraktiv empfunden.
Was gibt’s noch? Die Woche ist halb rum und an meiner „Trennungsfront“ scheint so weit alles harmonisch zu sein. Ich habe zwar heute in der neuesten Galerie ein Bild gesehen, was mir nicht so gut gefallen hat, aber das war mehr ihre Schuld. Sie hatte meinen Lappie und hat sich das Bild angeschaut, ich habe nur einen Blick drauf geworfen und war leicht pissig. Das bedeutet natürlich, dass ich noch immer ganz über sie hinweg bin. Ich habe sie dann darauf aufmerksam gemacht, dass ich solche Bilder nicht von ihr unter die Nase gerieben bekommen will, egal ob absichtlich oder nicht. Ich vermeide sehr erfolgreich ihr Profil und hätte das Bild vermutlich erst irgendwann nach Wochen gesehen. Sie nahm die Kritik brav an und versuchte mir zu erklären, dass dieser Typ auf keinen Fall was für sie ist. Ich unterbrach die Diskussion relativ schnell, weil es mir darum gar nicht ging. Ich will nur diese Bilder nicht sehen und das akzeptiert sie auch. Ansonsten muss man sagen, dass wir uns zwar noch immer sehr häufig sehen, aber sich die Art und Weise doch etwas wandelt. Man geht getrennt auf Partys, man sieht sich manchmal einfach nur für ne Stunde, um etwas zusammen zu essen, jeder geht so langsam seinen eigenen Weg, aber behält den jeweils anderen als festen Bestandteil des eigenen Lebens. Man darf gespannt sein, wie sich das noch entwickelt.
Was noch zu sagen bleibt: Ich freu mich auf den Samstag. Ich werde mit nem Kumpel, der ebenfalls Teil meines Lebens geworden ist, wieder auf eine Indieparty gehen und ich hab das ganz dumpfe Gefühl, dass wir es ganz ordentlich krachen lassen werden. Es war mit Sicherheit ein grandioser Abend und auch da werden die Mädels wieder Schlange stehen – und zwar bei uns beiden.
Es geht vorwärts
Die ersten Bewerbungen sind geschrieben. Es muss nur noch das Foto aufgeklebt werden und dann können sie in die Post. Stufe 1 wäre somit erledigt.
Ansonsten bleibt viel zu tun. Am Wochenende stehen zwei Geburtstage an, eine Freundin ist frisch in die Innenstadt gezogen und fühlt sich noch nicht ganz heimisch, das eigene Heim muss noch den eigenen Bedürfnissen angepasst werden und aus einer komplizierten Freundschaft muss eine unkomplizierte werden. Wobei letzteres ebenfalls auf dem Weg der Besserung ist. Zwar war der Plan, erst mal Abstand zu gewinnen und in der Realität kochen wir abends immer zusammen und schauen je nach dem noch bisschen Fern, aber die richtig kritischen Momente gibt es eigentlich nur auf den entsprechenden Partys und das lässt sich relativ einfach umgehen. Ich bleibe weg.
Allerdings hat sich meine Mannheimer Vergangenheit gemeldet. Eine alte Freundin hat mit ihrem Freund Schluss gemacht und versucht wieder Kontakt mit mir aufzubauen. Allerdings habe ich leider gemerkt, dass damals ganz elendig was kaputt gegangen ist und ich im Moment innerlich überhaupt nicht den Drang verspüre, dieses „etwas“ zu reparieren. Abgesehen davon weiß ich überhaupt nicht, ob man das reparieren kann! Die Geschichte ist eigentlich ganz simpel: Es hat sich eine Romanze entwickelt, sie wollte für mich ihre „Beischlafbeziehung“ beenden und ist dann nach einer Woche zu diesem Typen zurückgerannt. Fall erledigt. Ich bin wirklich nicht mehr sauer auf sie, aber in mir drin ist irgendwas erloschen, so dass es auch für eine enge Freundschaft wirklich nicht reicht.
Schieflage: Kommunikation
Man öffnet die Augen und der erste Blick schweift aus dem Fenster mitten in das Herz der Stadt. Die Sonne scheint und es gibt nur einen einzigen Gedanken: „Genial! Ab in die City!“. Dort angelangt, tummeln sich natürlich ewig viele Menschen um die Schaufenster des hiesigen Einzelhandels und man könnte meinen, da wird viel diskutiert, gelacht, kritisiert und sich über die recht hohen Preise furchtbar aufgeregt. Doch weit gefehlt.
Situation 1: Das Eiscafé
Zwei Männer, beide mit einem Spaghettieis vor der Nase. Statt das kühle Vanilleeis mit Erdbeersauce zu genießen, haben beide ihre Handys in der Hand und tippseln irgendwelche SMS hinein. Von einem Gespräch merkt man hier nichts und wenn das die neue Definition einer Männerfreundschaft ist, dann gute Nacht!
Situation 2: Die Parkbank
Drei Mädels in der vollen Blüte ihrer Pubertät. Geschminkt bis zur Unkenntlichkeit, natürlich topmodisch angezogen (um nicht uniformiert zu sagen) und alle drei mit so viel Parfum zugesprüht, dass die ganze Innenstadt damit erfreut wird. Das erste Mädel schreit am Handy grad jemanden zusammen, weil dieser wohl fünf Minuten zu spät ist. Das zweite Mädel schreibt eine SMS und hört dabei Musik im „Meine-Umwelt-soll-es-auch-hören-Stil“. Mädel Nummer drei sitzt einfach nur gelangweilt herum. Ich schätze, sie hat kein Handy.
Hand aufs Herz: Meine Handyrechnung ist auch öfter mal dreistellig. Aber das, weil ich so viel unterwegs bin und niemanden bekannten um mich herum habe. Ich halte so mit meinen Freunden Kontakt, obwohl ich nicht in der Stadt bin. Ansonsten… telefoniere ich auch zu viel und schreibe zu viel SMS, ich weiß. Aber… das sieht alles so dämlich aus, wenn man das als Außenstehender betrachtet!