Schieflage: Distanzierung
Der Plan war simpel. Es ist Schluss, also benötigt man etwas Abstand, damit da der nötige Break reinkommt, damit man normal miteinander umgehen kann, die Eifersucht wegfällt, die Gefühle sich abbauen, sich das Verhältnis normalisiert usw. usf. Man kennt ja die vernünftigen Maßnahmen, die ergriffen werden sollten in solch schwieriger Situation.
Die Realität sah anders aus. Sie war sehr krank und natürlich war keiner ihrer Freunde dazu in der Lage, sich Zeit für sie zu nehmen. Was macht man da als gutherziger Trottel, der sich selbst die Pflicht des Freundes aufbürdet (aber das wenigstens gerne macht)? Richtig, man schmeißt seinen Plan über Bord und pflegt sie gesund. Da sie sich sehr einsam fühlt, wenn sie krank ist, bleibt man also auch über Nacht, kümmert sich um sie, schlägt sich die Nächte um die Ohren kann aber am Ende sagen, dass man vier sehr schöne Tage verbracht hat. Diese Freundschaft – oder nennen wir sie einfach zwischenmenschliche Beziehung – ist wirklich krank. Sie ist definitiv etwas Besonderes, aber mit „normal“ hat das nicht mal im Ansatz was zu tun.