Schiefe Beziehung

März 21, 2008 at 1:20 (Nicht kategorisiert)

Dass der Tag gestern seltsam werden würde, hatte ich mir nach dem Morgen schon gedacht (ich berichtet im vorherigen Eintrag von mir). Die Bestätigung dafür sollte nicht lange auf sich warten lassen.

Gegen halb vier bekam ich eine SMS, ich solle nach der Arbeit doch bitte zu ihr kommen. Sie war den ganzen Tag schon sehr seltsam drauf und ich hatte mir im Geschäft überlegt, was ich zu ihr sagen würde, sollte sie heute die Beziehung beenden wollen. Tja, diese SMS war das Signal dafür, dass ich meine Überlegungen in die Tat umsetzen könnte. Ich hatte die ganze Zugfahrt Zeit, um mir meine Gedanken zu machen und mich etwas zu beruhigen. Ich wollte keinesfalls einen Streit anfangen oder ihr irgendwelche Vorwürfe machen. Das ist nicht meine Art und in so einem Gespräch ist es auch nicht zielführend.

Bei ihr angekommen ging es auch gleich los. Meine Sachen waren schon von ihr eingepackt worden und das Gespräch konnte ohne Verzögerung sofort beginnen. Die Quintessenz ist folgende: Sie fühlt sich in einer Beziehung eingeengt und eingesperrt, obwohl ich sie praktisch überhaupt nicht einenge. Ich mache sie glücklich, damit kann sie allerdings nicht umgehen, weil sie mit dem Gefühl Glück nicht umgehen kann. Sie möchte die ganze Zeit wegrennen, obwohl sie genau weiß, ich wäre der richtige und der beste Mann für sie. Es würde nicht gehen und sie möchte nicht riskieren die Freundschaft mit mir zu zerstören.

Abgesehen davon, dass diese Freundschaft ohnehin schon einiges erleiden musste, gab es dem nicht viel hinzuzufügen. Eine Sache kritisierte ich allerdings. Letzten Freitag hatte ich mich von ihr trennen wollen und da hatte sie mich nicht gehen lassen. Es war bis dato so eine „locker-feste“ Geschichte, die ich nicht länger akzeptieren wollte. Ich wollte eine richtige Beziehung, oder eben gar nichts – außer Freundschaft selbstverständlich. Sie hatte sich für die Beziehung entschieden, die sich ein paar Tage später beendete. Das ist meine einzige Kritik, denn letzten Freitag war der perfekte Zeitpunkt gewesen die Sache möglichst schmerzfrei und sauber über die Bühne zu bekommen. Da hatte ich den Absprung geschafft, der Impuls kam von mir und ich hatte ohne weiteres die Kraft eine Trennung zu verschmerzen. Jetzt – nur ein paar Tage später – muss ich diese Kraft ohne diesen Impuls aus mir herauskitzeln. Das wird mit Sicherheit sehr anstrengend. Im Moment geht es mir gut, aber sobald ihre Männergeschichten anfangen, wird es nochmal sehr schwierig werden.

Irgendwas ist da ganz gewaltig schief gegangen. Wir hätten diesen mittlerweile schon zweiten Anlauf niemals wagen sollen. Gott behüte uns vor einem Dritten.

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